So shoppe ich in der Zukunft – ein Einblick in den Handel 2050

Autoren: Alisa Curto, Carolin Engelhardt, Lea Weiglein, Dominik Diegel, Dominick Gieraths, Marius Müller

Der Tag beginnt, indem ich von meiner Haushaltsassistentin, ein multifunktionaler, intelligenter Roboter, Alexandra, mit dem aktu-ellen Wetterbericht und den Nachrichten geweckt werde. Auf-grund ihrer detaillierten Analyse meiner persönlichen Bedürf-nisse hat sie mir vorrausschauend frische Brötchen vom Bäcker bestellt. Die Brötchen wurden vor 5 Minuten von Bodo, dem Lie-ferroboter vorbeigebracht und Alexandra ist natürlich schon auf dem Weg mir ein angerichtetes Frühstückstablett ans Bett zu rollen.
Während ich gemütlich in meinem Bett frühstücke, sehe ich auf meinem Tablet nach, was mein virtueller Kleiderschrank Rita, heute anzubieten hat. Passend zum Wetter wird mir ein Outfit mit Regenmantel angeboten, den ich aber leider noch nicht besitze. Deshalb werden mir unterschiedliche Regenmäntel aus verschiedenen Netzwerkplattformen vorgeschlagen. Ich entscheide mich für einen blauen Regenmantel mit 1-stündiger Lieferzeit. Nach der Liefe-rung per Drohne über meinen Balkon, gehe ich einkaufen….

Einkaufen- die einzigartige Erlebniswelt

Gerade in der Corona-Pandemie 2020 hat die Verbindung oben genannter Wörter stark an Bedeutung gewonnen und bis heute immer weiter zugenommen. Wir leben in einer völlig digitalisierten Welt, in der Home-Office und äußerst flexible Arbeitszeiten zur Normalität gehören und mit diesem veränderten Lifestyle natürlich auch 24/7 Öffnungszeiten im stationären Einzelhandel. Auch der Zweck des Einkaufens hat sich verändert, sodass die Geschäfte die perfekte Möglichkeit bieten seine sozialen Kontakte zu pflegen und anderen Menschen zu begegnen. Der stationäre Einzelhandel hat sich regelrecht zu Erlebniswelten mit Livecooking, Events, etc. entwickelt. Das vielleicht wichtigste Differenzierungskriterium zum Online-Handel in der heutigen Zeit. Liebevoll dekorierte Schaufenster wurden durch digitalisierte Schaufenster ersetzt, um gezielter mit den Kunden interagieren und kommunizieren zu können. Für die Kunden gestaltet sich der Einkauf durch solche Details weitaus interaktiver und erlebnisreicher als vor 30 Jahren.

Künstliche Intelligenz und modernste Technologien sind heute beispielsweise durch Shopping Assistance Systeme fest in unserem Alltag verankert, auch im Einzelhandel. Roboter übernehmen Aufgaben, wie das selbstständige Befüllen von Regalen, sowie die Produktberatung an Infopoints. Hierdurch wird das Personal teilweise bzw. fast komplett ersetzt. Auch der klassische Einkaufswagen hat sich stark weiterentwickelt. Die Produkte, die wir hineinlegen, werden nun automatisch gescannt und, wenn nötig, gewogen, so-dass der Bezahlvorgang beschleunigter und automatisierter abgewickelt werden kann. Bezahlt wird an Checkoutpoints ohne Wartezeiten mit Archi, unserem Chip-Armband, auf dem alle wichtigen Daten wie Krankenkarte, Bankverbindung, Personalausweis, etc. integriert sind.

Allgemein ist der stationäre Einzelhandel trotz interaktiver Verkaufsatmosphäre stark eingebrochen und der Onlinehandel hat zugenommen, sodass ein Verhältnis 40:60 entstand. Allerdings setzt sich vor allem der LEH mit seinen Einkaufserlebnissen vor Ort durch.

Der Online – Handel – Boom in der Gesellschaft

Wie soeben deutlich wurde, hat der Online-Handel den stationären Einzelhandel in den meisten Branchen längst überholt. Dieser Prozess entwickelt sich besonders durch das immer höhere Bedürfnis nach Bequemlichkeit der Kunden, worauf die Online-Händler natürlich prompt reagierten und ihren Kundenservice noch weiter optimierten. Wozu sollen wir heute noch ins nächste Einkaufscenter fahren, wenn wir unsere Bestellung auch zwei Stunden später geliefert bekommen? Noch dazu kommt die super einfache Bestellung mit unglaublich großer Auswahl, die aufgrund von Multichanneling jetzt zusätzlich über Social Media, Rita, etc. möglich ist. Durch Umstrukturierung der kleineren Betriebe, die noch vor 30 Jahren in den Fußgängerzonen zu finden waren, sind die digitalen Netzwerke in den letzten Jahren exponentiell gewachsen. Für jede Branche oder Produktgruppe gibt es ein Netzwerk, auf dem verschiedene Händler ein sehr tiefes Produktsortiment anbieten. Der größte Vorteil gegenüber „Allroundern“ ist die individuelle und spezialisierte Beratung von kompetenten Fachkräften.
Diesen entscheidenden Schritt hat der ehemalige On-line-Gigant „Amazon“ verpasst, sodass wir ihn mit dem Karstadt von früher vergleichen können. Denn auch im digitalen Zeitalter hat sich das Bedürfnis alles an einem Ort zu kaufen gewandelt, da die Kunden die große Auswahl und fachliche Beratung bevorzugen. Außerdem ist es „kein weiter Weg“ vom „Kleidungsnetzwerk“ zum „Elektroniknetzwerk“.
Aus diesem Grund hat der ehemalige Online-Gigant „Amazon“ in den letzten Jahren massiv an Bedeutung verloren. Man kann ihn vergleichen mit dem Karstadt von früher. Denn auch in der digitalen Welt hat sich das Bedürfnis alles an einem Ort zu kaufen gewandelt und die fachspezifische Beratung mit tiefer Produktauswahl hat Amazon leider verpasst. Groß- und Einzelhandel sind weiterhin stark präsent, unter anderem auch weil der Konsum der Gesellschaft drastisch zugenommen hat. Durch den erheblichen Wandel, den beide Handelsformen hinter sich haben, laufen Prozesse heute weitaus schneller, besser, digitalisiert und automatisiert ab. Allerdings hinkt der Großhandel dem Einzelhandel noch ein bisschen hinterher, denn letzterer entwickelt sich weiter innovativer und stärker.

Neue Branchen erobern den Markt

Den größten Zuwachs der letzten Jahre hat eindeutig die KI/Robotik-Branche erfahren und auch in der Gesellschaft immer mehr Akzeptanz erlebt. Heutzutage bestimmen deren Produkte nahezu unseren kompletten Alltag und sind überall präsent. So sind sie heute auch fester Bestandteil der Medizintechnik, sodass Pflegekräfte durch Pflegeroboter unterstützt werden können. Die Medizin/Pharmabranche profitierte in den letzten 30 Jahren sehr. Dank Ihnen können wir im Alter länger fit und vital leben und unser Leben in vollen Zügen genießen.

Durch die Herauskristallisierung eines gesunden und nachhaltigen Lebensstils, entwickelte sich mit Clean-Meat eine völlig neue Branche. Hierbei wird Fleisch aus tierisch gesunden Stammzellen gezüchtet, was uns eine nachhaltigere und tier-freundlichere Umwelt bietet. Allerdings mussten sich durch diesen Trend sehr viele Vieh-Landwirte umstrukturieren und bauen deshalb nun ein vielfältiges Sortiment an Obst, Gemüse und Getreide an. Sie können nun biologisch nachhaltig wirtschaften, wodurch die Nachfrage nach lokalen und saisonalen Produkten stetig wächst. Klassische Metzgereien sind heute kaum noch zu finden. Nachhaltigkeit spiegelt sich heute, im Jahr 2050, auch in unseren Verpackungen wider. Diese werden inzwischen zu 100% aus recyclebare Materialien hergestellt, um den Müll und Plastikverbrauch zu reduzieren. Auch Transportwege werden hauptsächlich mit regenerativen Energien, meist mit Wasserstoff, vollzogen. Infolgedessen mussten sich die Kraftstoffkonzerne umstrukturieren und sind heute mit Diesel und Benzin kaum noch vertreten, da sich erneuerbaren Energien vollständig durchgesetzt haben. Kosmetik-, Buch und Modehandel haben ihr Hauptgeschäft in den Online-Handel verlagert und ihre Präsenz im stationären Einzelhandel stark verringert. Erfolgsrezept hierfür sind wieder Künstliche Intelligenzen, die Schminkprodukte und Kleidung virtuell an unsere Körper an-passen und somit ein realistisches Shopping-Erlebnis bieten. Parfümerie und Drogeriemärkte sind neben dem Online-Geschäft auch stationär noch weiterhin stark vertreten. Vielleicht auch weil sich verschiedene Düfte online noch nicht besonders gut austesten lassen. Aber wer weiß schon, was in den nächsten 50 Jahren so alles passieren wird?

Stetig wachsender Handel…

Nach meinem erfolgreichen und erlebnisreichen Tag, fahre ich mit meinem autonomen H₂- Auto wieder nach Hause. Dort entlädt und verstaut Alexandra meine Einkäufe ordnungsgemäß. Anschließend kocht sie mir ein frisches, gesundes Abendessen, während ich entspannt auf dem Sofa liege und mich an das Shoppen in meiner Jugend zurückerinnere. An eine Zeit, in der das Leben noch so anders war. Dabei frage ich mich, war das Leben damals wirklich so viel schlechter und wie wird es in Zukunft weiter gehen?

Quellen:

  1. https://zukunftdeseinkaufens.de/erlebnis-stores-so-geht-einkaufen-in-2025/
  2. https://www.ladenbau.de/blog/supermarkt-der-zukunft-so-shoppen-wir-2050/
  3. https://webdata-solutions.com/2018/01/30/handel-im-wandel-wie-sich-das-kaufverhalten-kuenftig-veraendern-wird/

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