Schöne neue Welt: Ein Ausblick, wie der Handel im Jahr 2050 aussehen könnte

Autoren: Tanja Lux, Karina Zitzer, Jenny Schlenker, Maximilian Hinterstasser, Lukas Rosenstengel und Robin Brandt

Die digitale und moderne Welt ist für viele ein faszinierender, aber auch zugleich beängstigender Ort. Ein Blick in die Glaskugel soll eine Vision einer Zukunft geben und sich damit befassen, welche Konzepte entstehen könnten, welche bestehen bleiben und welche verschwinden. Eine Reise in das Jahr 2050, in die Welt der Möglichkeiten.

Stationärer Handel 2050 – individuelles Erlebnis

Es ist Dienstag, der 22.02.2050, heute habe ich meinen freien Tag auf der Arbeit. Dass mein Kühlschrank und meine Vorratskammer leer sind, habe ich gestern bereits von meinem Smart Home mitgeteilt bekommen. Aber anstatt die Geräte selbständig bestellen zu lassen und mir die Waren per Drohne liefern zu lassen, habe ich beschlossen meine Einkäufe heute selbst zu erledigen, heute ist mein Shopping-Tag. Ich begebe mich in mein autonomes Fahrzeug und lasse mich von PAULA (Persönlicher Alltags und Lebens Assistent) zum Supermarkt meiner Wahl fahren. Auf der Fahrt, die eine Weile dauert, da die Anzahl der Supermärkte auf Grund der einfachen Lieferung von Waren aller Art stark abgenommen hat, bespreche ich mit ihr meine Einkaufsliste und Rezepte. Am Supermarkt angekommen bejahe ich die Frage, ob ich einen „PE 2050“ (Persönlicher Einkaufswagen 2050) wünsche. Beim Eintritt in den Markt fährt der PE 2050 direkt neben mich und PAULA lädt meine Einkaufsliste auf das Display des Einkaufswagens.

Nun kann der eigentliche Einkauf beginnen. Ich freue mich, denn zuletzt war ich vor zwei Monaten selbst einkaufen. Mein PE 2050 ist immer neben mir und lotst mich durch die Gänge, damit ich meine Produkte möglichst schnell finde. Hier und da bleiben wir stehen und PAULA zeigt mir neue Produkte, die mir auch gefallen könnten. Alles, was ich in den Wagen packe, wird automatisch zu meiner Rechnung hinzugefügt, das Obst und Gemüse wird automatisch gewogen. Spannend ist zu sehen, wie die Regale nach meiner Entnahme automatisch wieder befüllt werden. Bei den 3D-Druckern bleibe ich stehen, ich bekomme Lust auf Nudeln in Katzenform. Auf Grund meiner Sport-, Ernährungs- und Geschmacksvorlieben stellt mir PAULA am Drucker den perfekten Teig zusammen während ich die Form bestimme. In meinem Sichtfeld an den Kosmetikstationen beobachte ich, wie sich eine junge Frau an einem großen Bildschirm durch eine digitale Stimme beraten lässt. Hierbei wird ihr Gesicht beleuchtet und gescannt, um schlussendlich ihren passenden Make-Up Ton zu finden. Nachdem ihr der richtige Ton vorgeschlagen wurde, bekommt sie auch Empfehlungen für den dazu passenden Lippenstift.

Während ich auf meine Nudeln warte, nähert sich ein FRED (Freundliche Roboter Erledigungs Drohne) und bringt mir eine Erfrischung. Nachdem ich meine Nudeln bekommen habe, beende ich meinen Einkauf und begebe mich zur PAP-Station (Pick & Pay). Ich bestätige den Endbetrag meines Einkaufes und PAULA überweist die Rechnung sofort. Auf dem Weg zu meinem Fahrzeug folgt mir der IE 2050 und erleichtert mir das Ausladen durch seinen automatisch höhenverstellbaren Boden. Sobald der Einkaufswagen ausgeräumt ist, fährt er selbstständig in den Einkaufsladen zurück und steht dort für den nächsten Kunden bereit.

Onlinehandel 2050 – intelligente Plattformen

Während die Einkäufe zu Hause von meinem FRED verstaut werden, widme ich mich meinem zweiten Shopping-Vorhaben für diesen Tag: Meine neue Küche. Hierzu setzte ich meine VR-Brille auf und melde mich bei der Plattform Future-Living 2050 an. Denn Möbelgeschäfte sind, außer im absoluten Luxusbereich, vollkommen von der Landkarte verschwunden. Ich werde sofort mit einem digitalen Berater, namens IVAR (Intelligenter Virtueller Ausstattungs-Ratgeber) verbunden. PAULA übermittelt ihm, ohne dass ich es mitbekomme, die Maße des Raumes, sowie meine Körpergröße und Kochgewohnheiten. Ich plaudere ein wenig mit IVAR, der mir nach kurzer Zeit, auf der Basis des Gesprächs, Vorschläge für meine neue Küche macht. Future-Living 2050 bietet mir die Möglichkeit direkt verschiedene Hersteller und Händler zu kombinieren. So muss ich nicht mehr, wie bei meiner letzten Küche im Jahr 2025, in verschiedene Geschäfte um alles nach meinen Wünschen selbst zusammenzustellen. Außerdem sehe ich, dank Virtual Reality, alles direkt vor mir und kann so sichergehen, dass es optimal zueinander und zu meinen Vorstellungen passt. Nachdem ich mich in einigen Küchen umgesehen habe, entscheide ich mich für einen Vorschlag und passe diesen mit IVAR meinen optischen Bedürfnissen an. PAULA kümmert sich währenddessen um die praktischen Bedürfnisse, also die Küche für mich so funktional, wie möglich zu gestalten. Sie kennt meine Körpergröße und Kochgewohnheiten und optimiert alle Maße der Elemente für das beste Kocherlebnis.

Lieferketten 2050 – Einfach und Ressourcenschonend

Für den Beginn von Lieferung und Montage kann ich mir direkt den morgigen Tag aussuchen. Außerdem spare ich noch Geld dadurch, dass meine alte Küche recycelt wird. Pünktlich um 8 Uhr kommen zwei Recycler-Drohnen und zerlegen die alte Küche in ihre Werksstoffe. Ein Teil wird direkt für meine neue Küche verwendet, der Rest wird automatisch abtransportiert. Gegen 10:30 Uhr erscheinen zwei große Lieferdrohnen, sowie zwei 3D-Druckdrohnen und beginnen mit dem Aufbau der neuen Küche. Um 17:00 Uhr kann ich mir mein erstes Essen in der neuen Küche zubereiten. Der gesamte Prozess hat sich so unkompliziert angefühlt, als hätte ich die Küche von nur einem Hersteller gekauft. Dabei hatte ich die Möglichkeit sämtliche Hersteller und Händler einfach vom Sofa aus zu kombinieren, statt durch viele Läden zu ziehen. Dieser reibungslose Ablauf wurde dadurch möglich, dass Future-Living 2050 als Plattform jegliche Vermittlungsarbeit ausgeführt und sich perfekt meinen Bedürfnissen angepasst hat.

Zukunft, Welt der Möglichkeiten

Dieser Blick in die Glaskugel bietet nur eine mögliche Version der Zukunft, denkbar sind ebenso viele andere Revolutionen und Innovationen. Denn so, wie wir uns ständig ändern und weiterentwickeln, ändert sich auch die Welt, in der wir leben. Trotz aller guten Tendenzen bleibt auch ein etwas mulmiges Gefühl. Denn die Frage, wie viel „Vereinfachung“ gut für uns ist, in einer Welt, die immer digitaler, schneller und flüchtiger wird, steht weiterhin im Raum. Vor allem das Thema Datenschutz dürfte die Richtung der Entwicklung stark beeinflussen. Fest steht allerdings, der Wandel bestimmt unsere Zukunft. Nun liegt es an uns, das Beste daraus zu machen.

Ich bin jedenfalls gespannt, wie laut ich lachen werde, wenn ich diesen Beitrag in 30 Jahren von PAULA vorgelesen bekomme.

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