Handel 2050 – Ein Blick in die Zukunft

Wie wird die Handelslandschaft im Jahr 2050 aussehen?

Diese Frage würden wohl viele von uns und auch alle Unternehmen gerne beantwortet wissen, um sich schon genau jetzt an den richtigen Stellen zu entwickeln und Investitionen und das eigene Unternehmen genau positionieren zu können.

Schauen wir uns also aktuelle Trends und Entwicklungen in den Bereichen stationärer Einzelhandel, E-Commerce, Logistik und Payment an, um an diesen unsere Zukunfts-Handelswelt 2050 gedanklich entwickeln zu können.

Der stationäre Einzelhandel – Hightech und smart

Kann der heutige klassische stationäre Einzelhandel im Jahr 2050 überhaupt noch funktionieren? Wohl eher nicht.

Dennoch sind wir überzeugt, dass auch in der Zukunft der stationäre Einzelhandel mit smarten Lösungen und guten Konzepten in der Handelslandschaft zu finden sein wird. Doch wie könnte das aussehen?

Konzepte, die uns schon heute einen Einblick in die Zukunft des stationären LEH geben können, sind beispielsweise der High-Tech-Supermarkt „teo“ von tegut oder die Amazon-Go-Stores. In diesen 24/7-Stores werden die Artikel über eine App vom Kunden selbst eingescannt und dann über diese App, Kredit- oder Girokarte bzw. mit dem Amazon-Konto bezahlt.

Die Rolle des stationären Einzelhandels als Ort der Begegnung und des Erlebnisses wird zunehmend wichtiger.

 So wird mir das smarte Regal im Jahr 2050 automatisch eine Beratung, die passenden Komplementär-Produkte, basierend auf meinem bisherigen Einkaufsverhalten die neuesten Produkte und auch noch ein leckeres Rezept anbieten. Wenn ich meinen Einkauf dann in den smarten Einkaufswagen lege, registriert dieser auch automatisch alle Produkte, womit dieses lästige Anstehen an der Kasse im Jahr 2050 wohl endlich der Vergangenheit angehören wird. Das beste Gadget des smarten Einkaufswagens im Jahr 2050 ist jedoch eindeutig der integrierte „Personal Shopping Assistent“, der mir GPS basiert den Weg zu den Produkten meines Einkaufszettels weist.

Oder der Einzelhandel kommt direkt vor meine Haustür. Konzepte wie der Roboter-Supermarkt, der seit Anfang 2019 in Boston innerhalb weniger Stunden den Einkauf direkt zu den Kunden bringt, könnten im Jahr 2050 gerade für die Versorgung der suburbanen und ländlichen Gebiete eine zentrale Rolle spielen.

Welches Konzept man sich auch anschaut, es wird schnell klar, dass im Jahr 2050 wohl kein Einzelhandelsunternehmen mehr ohne das passende E-Commerce oder eine plattformübergreifende Omni-Channel-Lösung eine Überlebenschance hat.

E-Commerce – Marktplätze und Plattformen

Plattformen und Marktplätze werden die Zukunft des E-Commerce sein.

Dabei muss der Handel jedoch auf allen Kanälen übergreifend als Omni-Channel-Retail auftreten. Um all diese Kanäle miteinander verzahnen zu können, bietet Augmented Reality die Chance. Bereits heute gibt es viele Konzepte zum video-triggered AR:

  • Amazon mit „AR View“: Produkte können virtuell im eigenen Zuhause getestet werden
  • Mister Spex: Brille virtuell von Zuhause ausprobieren
  • Otto mit „yourhome“ …und viele mehr

Mit AR wird es im Jahr 2050 dann vielleicht möglich sein interaktives Productplacement in Filmen und Serien zu integrieren. Wenn mir das Produkt gut gefällt natürlich auch mit einer direkten Bereitstellung der Kaufoptionen.

Heute ist das Online-Shopping noch ziemlich umständlich: irgendwo auf Social-Media gesehen, Testberichte und Nutzererfahrungen googeln, Preisvergleiche auf 10 verschiedenen Websites. Im Jahr 2050 wird es interaktive Marktplätze geben, die all das auf einer einzigen Plattform bieten. So werden Content, Productplacement und Social Proof direkt miteinander verzahnt.

Wie diese Form des E-Commerce funktionieren kann machen uns heute schon Google mit Shoploop oder Instagram mit Instagram Shopping vor.

Künstliche Intelligenz trägt bereits heute zu einer deutlichen Verbesserung der User-Experience über personalisierte Shoppingerlebnisse bei. Auch im Jahr 2050 wird die verbesserte KI zu einem immer individuelleren und personalisierten Content beitragen.

Lieferung und Logistik – „Anytime, Anywhere, Anyhow!“

Eine Standartlieferzeit von 3-4 Werktagen ist für uns in der Zukunft unvorstellbar!

Lieferzeiten werden im Jahr 2050 um einiges kürzer, alles kann geliefert werden und auch zu jeder Zeit.

Doch wie kann das infrastrukturell durch Logistikunternehmen umgesetzt werden? Es wird Microhubs in jedem Wohnviertel geben, von denen aus eine „Just-in-Time-Lieferung“ jederzeit möglich ist. Auch In-Home-Delivery, bei der die Einkäufe des Kunden beispielsweise direkt in den eigenen Kühlschrank geliefert werden, sind im Jahr 2050 Normalität.

Durch Mesh-Logistik werden Herstellung und Prozesse automatisiert und autonomisiert, sodass die Pizza im Lieferfahrzeug in ferngesteuerten Öfen fertigbackt und genau zur Ankunft beim Kunden frisch aus dem Ofen kommt. Klingt unwahrscheinlich? Ganz und gar nicht. Das Start-Up „Zume Pizza“ aus dem Silicon Valley zeigt schon heute als Best Practice Beispiel, dass das möglich ist.

2050 werden kleinere, schnellere, emissionsfreie und autonome Lieferfahrzeuge die Welt der Logistik beherrschen. Oder mein Paket wird von einer Drohne oder einem Roboter ausgeliefert. So werden Same-Day-Delivery oder sogar Insant-Delivery möglich gemacht.

Doch was bedeutet das in Zukunft für die menschliche Komponente beim Lieferprozess? IT-Kenntnisse werden bei jedem Menschen zu einer Grundvoraussetzung.

Payment – Bezahlen auf einen Blick

Die Zukunft des Bezahlvorgangs liegt in bargeldlosen und smarten Lösungen.

Bereits heute liegt in China beim Bezahlvorgang die Penetrationsrate der zwei größten mobilen Bezahldienste „Alipay“ und „WeChat Pay“ bei zusammen 87%.

Apps, mit integrierten Bezahlmethoden sind nichts neues. Selbst die Bezahlung via Facial Recognition, testet Carrefour seit Februar 2019 in einer Bukarester Skanska Filiale. Auch Alibaba/Alipay hat diese Technologie mit seinem „Smile to pay“ bereits in China gelaunched.

Bei dieser Entwicklung werden wir im Jahr 2050 dann alle und überall mit unserem implantierten Chip bezahlen können. Die Bezahlung wird automatisiert in die Umgebung eingebunden sein und durch KI-basierte Assistenten für uns erledigt („embedded omni-payments“). Meine Face-ID ist in einer zentralen Datenbank hinterlegt und so kann ich meinen Kaffee beim Bäcker auf einen Blick bezahlen.

Alles Utopie? Nein, denn viele der vorgestellten Konzepte zeigen schon heute auf, wie unsere Handelswelt im Jahr 2050 aussehen könnte. Ob und welche Ideen und Technologien sich durchsetzen, werden dann unsere Zukunfts-Ichs im Jahr 2050 mit einem Blick zurück auf diesen Blog beurteilen können…

Quellen:

Einkaufen rund um die Uhr: Tegut eröffnet High-Tech-Supermarkt ohne Kassierer | TAG24

Handel in China: Event-Shopping und Cashfree-Vorreiter (zukunftsinstitut.de)                    

Best Practices aus dem Retail Report 2020 (zukunftsinstitut.de)

„Im Jahr 2050 werde ich jederzeit und überall mit einem implantierten Chip bezahlen können“ | Netzwoche

Supermarkt der Zukunft – wie shoppen wir 2050? | Ladenbau.de Blog

Supermarkt der Zukunft::Im Jahr 2050 wird’s total transparent – Lebensmittel Praxis

Im Supermarkt der Zukunft – RFID: Der Supermarkt der Zukunft – TecChannel Workshop

https://etailment.de/news/stories/Handelstrends-2030-Logistik-der-Zukunft-Anytime-Anywhere-Anyhow-23219

https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/handel/dash-delivery-mut-zur-neuen-letzten-meile/

https://www.handelderzukunft.de/omni-channel-retail-das-beste-aus-mehreren-welten

Die Zukunft des E-Commerce: Ein Blick in das Online-Shopping von morgen (hubspot.de)

Alles per App – Wie weit ist China uns voraus? | WDR Doku – YouTube

Im Supermarkt der Zukunft – RFID: Der Supermarkt der Zukunft – TecChannel Workshop

Smile-to-pay: Chinese shoppers turn to facial payment technology | China | The Guardian

Im Supermarkt der Zukunft – RFID: Der Supermarkt der Zukunft – TecChannel Workshop

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