Marktliebe – Der Wochenmarkt für jeden Tag

Marktliebe ist ein Konzept der Rewe Group, das in einer Bachelorarbeit entstand. Die Idee dahinter: Der Kunde soll sich wie auf dem Markt in die Produkte verlieben. Dabei steht im Mittelpunkt die Regionalität, die Frische sowie die Nachhaltigkeit beim Einkaufen.

Autoren: Jasmin Hofmann und Tsion Wunder

 

Standort und Preis

Die Konzeptidee wurde Mitte November 2018 in einem Penny-Markt in Meerbusch-Büderich umgesetzt und umfasst dadurch nur eine Fläche von 800 qm. Die Standortwahl wurde dabei gezielt in eine kaufkraftstarke Region gelegt. Marktliebe ist im Mittelpreissegment positioniert und bietet nebendem auch Discountpreise an.

Sortiment

 

Das Sortiment baut sich aus verschiedenen Schlüsselpartnern zusammen: die regionalen Metzgereiprodukte vom „ Essner“, Obst und Gemüse von den regionalen Bauern, Brothandwerk von „Lisette“, frischer und regionaler Käse von der „Käseria“, spezifisch ausgewählte Weine von den „Weinfreunden“ und ein regionaler Blumenhändler – „Blumen Moll“. Marktliebe verzichtet auf Non-Food-, Tiefkühl- und Drogerieartikel sowie Tabakwaren.

Kommunikation

Marktliebe-elektronische-Preisschilder.jpgIm Bereich Kommunikation bedient Marktliebe nicht nur die klassischen Medien wie die Plakatwerbung oder Printwerbung, sondern ist auch auf den Sozialen Medien, wie Facebook oder Instagram sehr aktiv und wirbt dort für seine regionalen und frischen Produkte, mit interessanten Workshops und attraktiven Angeboten.

Verkaufsraum und Warenplatzierung

Schon vor dem Betreten des Marktes wird der Kunde bereits visuell auf das Einkaufserlebnis eingestimmt. Der Eingangsbereich ist mit großen Fensterflächen versehen, was für den Kunden sehr einladend wirkt. Diese Fensterflächen sind mit ausgewählten Obst- und Gemüsesorten in minimalistischer Darstellung bedruckt,was dem Kunden ebenfalls zu Beginn ins Auge sticht. Die Schlüsselpartner werden auch bereits an der Außenwand vorgestellt.

Marktliebe Obst und Gemüse

Das Logo, welches über den Eingangsbereich platziert ist, hat statt dem „a“ ein Herzsymbol im Wort „Markt“ ersetzt, was die Liebe zu den regionalen Produkten wiederspiegeln soll.

Durch die kleine Verkaufsfläche von 800 qm² hat der Kunde eine gute Übersicht über den Verkaufsraum. Beim Eintreten werden dem Kunden verschiedene Möglichkeiten geboten. Er kann zum einen frische Brötchen bei einem der Schlüsselpartner, Bäckerei Lisette, kaufen. Außerdem trifft er gleich zu Beginn auf den großzügigen Obst- und Gemüsebereich, der die größte Fläche in Anspruch nimmt. Dem Konzept der Marktliebe zufolge, werden dem Kunden die Produkte in einer verpackten und unverpackten Version angeboten, sodass er die Wahl hat.

Dringt man nun weiter in den Verkaufsraum ein, dann findet man auf der linken Wandseite eine große Auswahl an Getreide, Nudeln und Reis. Diese werden ebenfalls in einer unverpackten und verpackten Variante angeboten.

Marktliebe unverpackt

Weiter hinten befindet sich die Käseabteilung, bei welcher regionale Käsesorten von einem weiteren Schlüsselpartner, der Käseria, angeboten werden. Die Metzgerei, ebenfalls ein Schlüsselpartner des neuen Marktkonzepts, befindet sich im rechten mittleren Bereich.

Die regionalen Artikel werden mit einer Etikette „Empfehlung mit Herz“ und besonders günstige Artikel mit „Discount Preis“ kenntlich gemacht. Hinter der Kassenzone findet der Kunde eine kleine Auswahl an Weinen des Schlüsselpartners „Weinfreunde“. Zu den Services direkt vor Ort gehören der Spargelschäler und der Backofen, bei dem der Kunde sich selber bedienen kann.

Wie bewährt sich das Konzept?

Im ersten Moment erscheint das Konzept eher widersprüchlich, da es mit regionalen und unverpackten Produkten wirbt. Im Verkaufsraum selbst finden sich aber auch eine hohe Anzahl an verpackten und globalen Artikeln wieder. Das plastikfreie Einkaufen ist zwar bereits im Vormarsch und es haben sich dazu auch die Menschen schon zum Teil oder vereinzelt schon gar vollkommen beim Einkaufen danach ausgerichtet. Aber die Mehrheit greift dann doch lieber auf die kompakt verpackten Produkte, statt diese einzeln zu erwerben. Dies nimmt sich auch Marktliebe zum Vorsatz und lässt dem Kunden die Wahl, ob er die Produkte unverpackt oder verpackt einkaufen möchte.

Bei unserem Besuch waren – trotz der Nähe zu Aldi als Frequenzbringer – wenige Kunden im Markt. Die Vermutung liegt nahe, dass die Kunden bislang noch eher ein one-store- shopping bevorzugen, was bei Marktliebe aufgrund des begrenzten Sortiments nicht möglich ist.

 

 

 

 

 

 

 

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