Rewe: Ist der Einkauf mit dem Lieferservice wirklich ein „Kinderspiel“?

Autoren: Jennifer Lohmann, Jennifer Kilic, Jana Graubner, Chiara Ochse und Alisa Neudecker (übrigens in diesem Fall: v. l. n. r.)

 

Die REWE-Group wurde 1923 in Köln gegründet und zählt heute zu den führenden Handels- und Touristikunternehmen in Deutschland und Europa. Zur REWE-Group gehört nicht nur Rewe als Lebensmitteleinzelhändler, sondern auch PENNY, toom der Baumarkt oder DERtour. Rund 3.300 Rewe Märkte sind in Deutschland auf dem stationären Markt mit verschiedenen Vertriebskonzepten vertreten. Jedoch boomt der Onlinehandel und somit wurde bereits 2013 REWE digital für Online-Lösungen gegründet. Inzwischen ist der REWE-Lieferservice in 75 Städten verfügbar.

„Seit 90 Jahren auf Erfolgskurs in Europa“, die REWE-Group erzielte 2016 in Deutschland einen Gesamtumsatz von rund 39 Mrd. Euro. REWE als Vollsortimenter erwirtschaftete national rund 18,4 Mrd. Euro. Der Online Umsatz beläuft sich auf über 100 Mio. Euro im Jahr 2016. Für diesen Test von Rewe Online gelten die gleichen Regeln wie für die anderen getesteten Anbieter.

Doch wie positioniert sich Rewe im Preis zur Konkurrenz?

Für ein einfaches Gericht wie Spaghetti Bolognese mit Vanilleeis zum Nachtisch befindet sich Rewe auf Platz 2 – von hinten. Rewe liegt jedoch nicht weit von der Konkurrenz entfernt, mit einem Preis von 25,16 €. Die Preisspanne liegt zwischen 21,46 – 25,16 €, jedoch mit dem Ausreißer allyouneed, der bei 37,74 € liegt. Den besten Preis für das Gericht bietet Amazonfresh mit 21,46 € an. Rewe liegt im Vergleich mit vielen Artikeln recht nahe am Durchschnittspreis, jedoch sind Dosen Tomaten und Zwiebeln teuer. Bei dem Vanilleeis kann rund 1,00 € zur Konkurrenz gespart werden, ein weiterer günstiger Artikel ist Parmesan. Somit glänzte Rewe bei drei Artikeln, doch verlor bei den oben genannten Artikeln.

Die Qual der Wahl – nicht mit Rewe!

Rewe verfügt über alle relevanten Warengruppen, um ein ausgewogenes 3 Gänge- Menü zu kochen, dabei ist die Qual unzählige Artikel zu durchsuchen nicht nötig. Die Sortimentsbreite ist für herkömmliche Rezepte ausreichend, jedoch ist die Tiefe für den schnellen Einkauf ideal. Natürlich ist weder Sortimentsbreite noch –tiefe vergleichbar mit den heutigen Online-Riesen, aber reicht es nicht 60 Sorten des besten Weines anzubieten? Welcher Kunde wäre bei 200 Flaschen nicht überfordert? – Und dabei sprechen wir nur von Rotwein?! Soll der Online-Einkauf nicht zeitsparend sein? Aufgrund dessen trifft Rewe für den Kunden bereits eine Vorauswahl und überlässt ihm nicht seinem Schicksal, sich zwischen 100.000 Olivenölen entscheiden zu müssen. Hierdurch ist die Vielfalt im Vergleich zur Konkurrenz geringer, jedoch bleibt sich Rewe in seinem Sortimentskonzept treu und hebt nicht ab. Von frischem Obst über Fleisch bis hin zum Eis, ist neben dem Trockensortiment in über 12.000 Produkten alles dabei.

Kommunikation – ausreichend oder ausbaufähig?

Rewe ist seinen Mitstreitern überlegen, da neben dem stationären Handel auch eine Website und App geführt wird. Die Usability hingegen ist mäßig. Zwar gibt es auf der Website und der App „Extras“ wie Rezeptvorschläge, Informationen über die Inhaltsstoffe der Produkte, ,,Kunden kauften auch“ – Empfehlungen, die Option einer periodischen Lieferung als Abo und die Möglichkeit eines „schnellen Einkaufs“. Der „schnelle Einkauf“ ist quasi eine Einkaufsliste, die der Kunde online anlegt und die Artikel anschließend direkt in den Warenkorb verschieben kann.

Der übliche Bestellvorgang hingegen dauert bis zum Schluss ca. 30 Minuten, da ein Mindestbestellwert von 40€ erreicht werden muss und keine Gastanmeldung möglich ist. Dies könnte ein Ausschlusskriterium darstellen bzw. sogar den Abbruch des Einkaufes mit sich ziehen.

Mit rund 950.000 Facebook-Follower liegt Rewe deutlich an der Spitze gefolgt von real (642.000) und deutlich dahinter allyouneed, Amazonfresh und Bringmeister. Diese Position behält REWE auch auf den anderen Kanälen wie Twitter, Xing und Instagram bei. Lediglich auf YouTube – mit rund 9.800 Follower – hat Rewe noch ein großes Ausbaupotential. Neben Social Media nutzt Rewe aber auch die klassischen Kommunikationskanäle wie TV -, Print -, Plakat- und Radiowerbung.

Zudem ist Sponsoring ein großes Thema, so wird unter anderem der 1. FC Köln seit Jahren von Rewe gesponsert.

Der Weg vom Mausklick zur Wohnungstür

 „Individuell planbare, flexible Liefertermine von 8-22 Uhr.“ Ist der Online Einkauf wirklich so einfach?

Um überhaupt erstmal online bestellen zu können, muss die Postleitzahl angegeben werden und mit dem Rewe-Liefergebiet übereinstimmen. Ist dies der Fall, stehen zwei Möglichkeiten zur Überbrückung der „Letzten Meile“ zur Auswahl: Lieferung nach Hause vs. Abholung am Markt. Für Neukunden ist die Lieferung kostenlos, ansonsten fallen bis zu einem Bestellwert von 120 € Gebühren, je nach Lieferzeit und Warenkorbwert, bis zu 5,90 € an. Der Liefertermin ist innerhalb der vorgegebenen Lieferfenster vom Kunden frei wählbar. Abhängig von der Postleitzahl der Kunden treffen die Bestellungen bei ausgewählten lokalen Rewe Märkten oder Lieferlagern ein, in denen Mitarbeiter die einzelnen Lieferungen zusammenstellen. Die bestellte Ware wird nach den Prinzipien der Transportsicherheit und Umweltfreundlichkeit verpackt und mit der eigenen „Rewe-Flotte“ bis vor die Wohnungstür gebracht. Gekühlte Ware wird in Boxen transportiert und vor der Übergabe in Tüten gepackt. Der Fahrer nimmt Leergut in der Menge mit, in der auch Getränke bestellt worden sind.

Fazit – Wie steht Rewe Online dar?

 Der Online-Markt ist unerlässlich. Wer mit den Mitbewerbern mithalten möchte muss sich heutzutage am Online-Handel beteiligen. Rewe ist seit 2013 auch digital „am Start“ und erwirtschaftet Online bereits 100 Mio. Euro Umsatz jährlich. Preislich kann sich Rewe zwar nicht von seinen Mitbewerbern abheben, jedoch kann sich Rewe mit seinen Preisen im Durchschnitt platzieren. Im Vergleich zur Konkurrenz ist die Vielfalt im Rewe Online-Shop geringer, aber alle relevanten Warengruppen sind vertreten. Für den schnellen Einkauf ist das Online-Sortiment grundsätzlich geeignet.

Das Einkaufserlebnis fängt leider mit einer Anmeldung an. Um sich die Produkte anschauen zu können muss eine Postleitzahl angegeben werden, die mit dem Rewe-Liefergebiet übereinstimmt. Danach wird dann aber schnell durch den Einkauf geleitet. Mit Hilfe von Warengruppen und der Suchfunktion können die gewünschten Artikel leicht gefunden werden.

Ebenso haben die Kunden die Möglichkeit die Option „schnell Einkaufen“ zu wählen, um noch schneller durch den Einkaufsvorgang zu gelangen.

Rewe punktet mit seinem zusätzlichen Angebot einer Website und einer App, die verschiedene Funktionen und Informationen bietet. Zudem ist Rewe bei Twitter, Xing, Instagram und YouTube vertreten und ganz vorne dabei.

Grundsätzlich gilt: Nach erfolgreicher Anmeldung, ist der Einkauf mit dem Lieferservice also wirklich ein Kinderspiel!

 

 

Quellen:

https://shop.rewe.de/

https://www.rewe.de/service/online-einkaufen/

https://www.rewe-group-geschaeftsbericht.de/unternehmen/kennzahlen-2016.html

 

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